Geraldine ist eine bloggende Journalistin, die zusammen mit ihrer Kollegin Nadine, einen “Reiseblog mit Tiefgang” führt: Reiseratte.de Der Weg zum Reisejournalismus und Bloggen war eher ein zufälliger. Dem Angebot “Hast du Lust für uns nach Portugal zu fahren?” konnte sie nicht widerstehen. Zum Glück! Spannend: Reiseratte.de ist wohl der erste Reiseblog, nach dem ein Verlag benannt wurde. Wieso das so ist, erfahrt ihr in unserem spannenden Interview mit Geraldine.

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Malediven – Geraldine hat eine Koralle adoptiert und ist während des Ausflugs an einem schlafenden Ammenhai vorbei geschnorchelt.

1. Seit wann Bloggst du schon?

Angefangen habe ich mit der Reiseratte schon im Dezember 2010, im Frühjahr 2012 stieg meine Hamburger Kollegin Nadine Kraft mit ein, so richtig intensiv bloggen wir erst seit diesem Jahr, da wir beide hauptberuflich unser Geld als Journalisten verdienen und nebenbei auch noch unsere Kinder großziehen.

2. Wie bist du zum Bloggen gekommen?

Meine Buch-Verlegerin Sandra Thoms hat mich auf die Idee gebracht. Ich bin von Haus aus als Betriebswirtin ja eher im Wirtschaftsjournalismus und Corporate Publishing unterwegs, bin eher per Zufall („Hast du Lust für uns nach Portugal zu fahren?“) vor neun Jahren in den Reisejournalismus geraten und schreibe Reisereportagen für Medien in Deutschland und in der Schweiz. Und irgendwann fand ich es schade, dass meine Artikel in den Zeitungsarchiven verschimmeln, also habe ich die Reiseratte gegründet.

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Eines meiner Lieblingshotels aufgrund seiner Baucontainer-Architektur ist das Aire de Bardenas.

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Die Kuben des Hotel de Aire wirken wie futuristische Baucontainer.

3. Wo/wie lässt du dich inspirieren?

Natürlich auf unseren Reisen, aber auch bei Tagesausflügen mit unseren Familien. Es muss nicht immer die superteure Reise Gott-weiß-wohin sein, oft liegen die Highlights auch im Radius einer guten Autostunde des eigenen Heims. Ich selbst habe ein großes Herz für moderne architektonisch spannende Museen, die inhaltlich was rüberbringen, unentdeckte Seitentäler oder Aussichtspunkte, gemütliche Beizen und ungewöhnliche Unterkünfte, die – und das betone ich ausdrücklich – nicht immer luxuriös sein müssen. Da geht bei mir alles – vom Campingplatz, über die Ferienwohnung bis zum Hotel. Meine Kollegin Nadine kümmert sich zudem wöchentlich um die Presseschau, das heißt, wir verlinken dort auf die Geschichten von Kollegen, die wir spannend und gut finden.

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Das Herrenhaus Prideaux Place ist spannend, dort lebt die Familie Prideaux noch heute in einem Gemäuer aus dem Mittelalter. Besucher (meist Pilcher-Fans) treffen Sir Prideaux-Brune dann im Wohnzimmer rauchend sitzen.

4. Was bedeutet das Bloggen für dich?

Arbeit, Arbeit, Arbeit, aber natürlich auch Spaß am eigenen Publizieren. Ich glaube, jeder Blogger merkt erst im Laufe der Zeit, wie viel Pflege ein inhaltlich guter Blog braucht. Wir bezeichnen uns als bloggende Journalisten, denn wir stellen auf der Reiseratte weniger uns und unsere Befindlichkeiten in den Vordergrund als interessante Orte, spannende Menschen und nützliche Informationen und die müssen natürlich sauber recherchiert sein. Wir versetzen uns in die Lage unserer Leser und fragen uns, was könnte sie interessieren? Welchen Reisetipp würde ich einer guten Freundin geben? Was hat uns wirklich begeistert? Die Reiseratte gibt uns zudem die Möglichkeit unabhängig von der Gunst irgendwelcher Großverlage bzw. deren Redakteure unsere Geschichten zu publizieren. Nervig finde ich persönlich die technischen Details, um die man sich ständig kümmern muss. Aber da unterstützt uns auch meine technisch versierte Verlegerin – ein Hoch auf Sandra!

5. Dein aufregendster Blogger Moment?

Als meine Verlegerin nach einem neuen Namen für ihren Reisebuch-Verlag suchte und mich fragte, ob ich die Herausgeberschaft dafür übernehmen wolle und sie den Verlag dann entsprechend in „Edition Reiseratte“ umbenannte. Wir sind wohl der erste Reiseblog, nach dem ein Verlag benannt wurde. Und als wir von euch ruckzuck für die Reiseratte den Goldstatus bekamen, haben wir uns sehr gefreut! Adrenalintechnisch war es tatsächlich der erste Hai, an dem ich vorletztes Jahr vorbei geschnorchelt bin.

6. Dein Lieblingsort/Reiseziel?

Da gibt es natürlich berufsbedingt inzwischen sehr viele. Mich faszinieren Orte, die über eine besondere Historie verfügen, gerne in Kombination mit sehr modernen Museen und natürlich grandiosen Landschaften. Mich hat das „Steilneset Memorial“ in Vardø / Nordnorwegen sehr bewegt: In einer sehr kargen Landschaft wurden in dem kleinen Ort vor etwa 300 Jahren 91 Frauen und Männer zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Der Schweizer Architekt Peter Zumthor hat dort eine sehr schöne Gedenkstätte gebaut. Das Laténium, ein Archäologiemuseum direkt am Neuenburger See, ist sehr sehenswert. Das Erdbebenmuseum in Kobe hat mich – im wahren Wortsinne – umgehauen, dort kann man in einer Art Kino das Erdbeben aus dem Jahr 1995 nochmals nacherleben. Den Southwest Coath Path in Cornwall fand ich unglaublich schön. Und obwohl ich kein Rosamunde-Pilcher-Fan bin, hat mir auch das Herrenhaus Prideaux Place, wo besagte TV-Filme gedreht werden, sehr gut gefallen. Das Hängende Kloster in Datong fand ich faszinierend und gruselig gleichzeitig – die Geländer gingen mir dort gerade bis zum Knie. Den Geirangerfjord sollte jeder mal von oben sehen. Und die Felsenstadt Petra fand ich extrem beeindruckend. Ich höre jetzt lieber auf.

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Blick vom Southwest Coath Path

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Das Hängende Kloster von Datong

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Hühnerleiter

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Das Archäologiemuseum Latenium in Neuenburg in der Schweiz liegt 1,5 Autostunden von mir weg.

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Latenium

7.  Dein Lieblingsessen?

Mezze, die arabischen Vorspeisen, die ich neulich im Restaurant Haret Jdoudna in Madaba, Jordanien genossen habe, sind für mich das perfekte Essen: fast fleischlos, unglaublich aromatisch, frisch, lecker, leider nicht kalorienarm. Die japanische und die koreanische Küche fand ich vor Ort fantastisch. Ich begeistere mich aber auch für gutbürgerliche Schweizer Kost, denn da bekommt man oft Morcheln – einen meiner Lieblingspilze – serviert.

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Eine gute Mahlzeit mit Mezze, den legendären arabischen Vorspeisen, und Minzlimonade hilft nach dem anstrengenden Sightseeing

8. Wo du unbedingt noch hinreisen möchtest?

Chile und Argentinien stehen definitiv noch auf meinem Fernreiseprogramm. Nach Japan möchte ich unbedingt wieder, dort war ich eine Woche in und um Osaka unterwegs – das war viel zu kurz! Als Karateka habe ich mich immer wieder mit der Kultur Japans beschäftigen dürfen und finde die Lebenshaltung der Japaner sehr faszinierend, weil sie so anders ist als unsere europäische ego-getriebene Gesellschaft. Auch Korea würde mich wieder mal reizen. Mit meinem Sohn würde ich eines Tages gerne Südafrika oder Namibia bereisen, diese schönen Länder bieten für Familien alles, was es braucht: Tolle Strände mit herrlicher Landschaft, spannende Tiere und einen hohen Zivilisationsgrad – und das alles ohne Jetlag. Innerhalb Europas definitiv Griechenland, Irland, Schottland und die Provence.

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Selfie auf dem Berg Rellerli bei Gstaad in der Schweiz

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